Geschichte der Fachschule für Lebensmitteltechnik

Fünfzig Jahre (Bäckerei-)Techniker-Ausbildung von damals bis heute

1962

Ein Referat von Herrn Weiser, gehalten vor Vertretern der Brot- und Backwarenindustrie: „Der Bäcker-Ingenieur – ein Beruf mit Zukunft”, brachte den Stein ins Rollen. Diverse Diskussionsrunden zwischen Vertretern der Wirtschaft, Wissenschaft und politischen Ebenen folgten und wuchsen langsam aber stetig zu einer realistischen Größe heran.

Prof. Dr. M. Rohrlich und Prof. Dr. B. Thomas (Technische Universität Berlin) zeichneten für den universitären Bereich verantwortlich und wurden durch den Verband der Deutschen Brot- und Backwarenindustrie unterstützt. Aus der Wirtschaft gesellten sich vor allem die Unternehmer Wittler und Paech hinzu. Die politische Ebene wurde vor allem durch den damaligen Volksbildungssenator in Berlin, Prof. Dr. J. Tiburtius, wahrgenommen.

1965

1965 wurde an der Staatlichen Techniker-Tagesschule in Berlin-Moabit die erste Fachschulklasse für Bäckereitechnik eröffnet.

1972

Im Jahre 1972 erfolgte der Umzug in die Pfalzburger Straße nach Berlin-Wilmersdorf.

1973

1973 wurde die Staatliche Fachschule für Lebensmitteltechnik Berlin zusammen mit einer neuen, der Fachrichtung für „Fleischereitechnik”, gegründet, nachdem der Stoffumfang und Fächerkanon der Fachschulausbildung von drei auf vier Semester erweitert wurde.

1983

1983 stand erneut ein Umzug nach Reinickendorf in die Cyclopstraße ins Oberstufenzentrum für Ernährung und Hauswirtschaft (II. O. S. Z.) ins Haus.

1989

Nach der Wende, 1989, streckte die Fachschule ihre Fühler gen Potsdam zum Institut für Getreideverarbeitung aus. Viele Veranstaltungen im Rahmen der Vereinigung Deutsche Backtechnik (VDB) folgten.

Natürlich wurden die schon zur Tradition gewordenen Verbindungen zur Technischen Universität Berlin (TUB) und zur Technischen Fachhochschule Berlin (TFH) vertieft und weiter ausgebaut.

1992

1992 gründete Udo Sodenkamp – langjähriger Fachlehrer hier im Hause – den Förderverein der Bäckereitechniker-Ausbildung-Berlin (FBAB) und wurde ihr Erster Vorsitzender.

1993

1993 erfolgte eine Umbenennung des Oberstufenzentrums in Emil-Fischer-Schule.

2001

2001 wurde die Fachschule um die Schwerpunkte Technologie der Fertiggerichte und Feinkost sowie Technologie der Lebensmittelverpackung erweitert.

In den Folgejahren konnte sich die Fachschule auf ihre wesentlichen zusätzlichen Aufgaben konzentrieren. Durchführung von Exkursionen, Besuch und Teilnahme diverse Fachausstellungen im In- und Ausland sowie Durchführung von Fachveranstaltungen waren und sind das tägliche Brot in der Fachschule. Finanzielle Einbußen und Mitbewerber belasteten ab 1997 die Fachschule sehr. Erst gelockerte Aufnahmebedingungen und gezielte Werbemaßnahmen führten wieder zu vollen Fachschulklassen mit Wartelisten.

2005

2005 konnte die DLG-Prüfung für Brot und Feine Backwaren ins Haus geholt werden. Diese Veranstaltung wird von den Fachschülern betreut, was sich zu einer profitablen Größe für die Fachschule entwickelte. Damit lässt sich ideal Praxis, Theorie und fachlicher Austausch miteinander kombinieren. Zusätzlich ließen sich auf diese Weise finanzielle Probleme teilweise in der gesamten Emil-Fischer-Schule lösen.

Ebenfalls seit 2005 schließen alle Bäckereitechniker ihre Fachschulausbildung mit der Erstellung einer Technikerarbeit ab, die häufig in Kooperation mit einschlägigen Firmen und Instituten praxisnah erstellt wird. Die zukünftige Bäckereitechnikerin, der zukünftige Bäckereitechniker passt sich mit seiner Qualifikation als Vorstufe hervorragend in das System eines Bachelor- / Masterstudiengangs ein und liegt so voll im Trend moderner Ausbildungssysteme, flankiert durch sinnvolle Zusatzqualifikationen. So ausgerüstet werden sich die Fachschüler nach ihrer Ausbildung an der Fachschule auf dem schwierigen Arbeitsmarkt sehr gut zurechtzufinden.

Seither haben über 1.000 Bäckerei-Techniker die Fachschule in Berlin erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen des vierzigjährigen Fachschuljubiläums der Bäckereitechnikerausbildung in Berlin (und damit auch in Deutschland!) hat Herr Oberstudienrat Axel Juretko, neben der Retrospektive, den Status Quo der Ausbildung und die zukünftige Entwicklung der Fachschule vorgestellt. Dieser Vortrag von 2007 kann als PowerPoint-PDF 40-jahre-fs_ppt heruntergeladen werden.

 

Wir danken Herrn Juretko für seine langjährige Mitarbeit als Lehrer an der Fachschule, da er 2007 in den verdienten (Un-)Ruhestand getreten ist. Er hat diese wesentlich mitgeprägt und sich unermüdlich für die Interessen der Fachschüler eingesetzt. Dies zeigt sich auch daran, dass er dankenswerterweise bereits jetzt zugesagt hat, die Fachschule z. B. auf dem zukünftigen „Weltmarkt des Backens (IBA)” am Stand der Fachschule zu unterstützen.