Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk – Konditorei

Auslandspraktikum in WienAuslands­praktikum bei Gerstner K. u. K. Hof­zucker­bäcker in Wien

Während meiner Ausbildung zur Fachverkäuferin für Konditoreiwaren verschlug es mich vom 20.01. bis 31.01.2020 nach Wien, die Hauptstadt Österreichs, um dort ein Praktikum im Verkauf zu absolvieren.

Mithilfe des Internets und der Handwerkskammer Berlin fand ich meinen Praktikumsplatz im 1. Bezirk, direkt gegenüber der Staatsoper und dem Hotel Sacher. Ich hatte das große Glück bei Gerstner K. u. K. Hofzuckerbäcker lernen zu dürfen, einem der schönsten und ältesten Kaffeehäuser Wiens mit Geschichte.

Ich bewundere den Charme und die Gemütlichkeit, die die Konditorei ausstrahlt, wenn man die Räumlichkeiten betritt. Das war dort mein erstes „Wow-Erlebnis“. Gerstner erstreckt sich über mehrere Etagen. Im Eingangsbereich befindet sich der Shop, der für die zwei Wochen mein Arbeitsrevier war, im 1. Stock sind die Bar und das Kaffeehaus und darüber das Restaurant. Alle Mitarbeiter haben mich herzlichst empfangen und mir ein sicheres Gefühl gegeben.

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Jeden Morgen fand ein Zusammentreffen im Pausenraum statt, bei dem man aktuelle Gegebenheiten besprechen konnte. Zudem war dies immer der Treffpunkt in der Pause zum gemeinsamen Essen und Austauschen. Ich habe gemerkt, dass dies sehr wichtig für die Zusammenarbeit ist und es gleichzeitig die Teamarbeit stärkt.

In meinen ersten Tagen vor Ort habe ich eine Übersicht über das Sortiment und die Produkte im Shop erhalten. Mir hat gut gefallen, dass mir Arbeitsabläufe gezeigt wurden, die ich für die nächsten Tage sofort selbstständig umsetzen konnte. Beispielsweise gehörte zu meinen täglichen Aufgaben, jeden Morgen die Ware an die anderen Stockwerke aufzuteilen und die Ware für den Shop einzuräumen. Darüber hinaus interessierte mich sehr die Dekoration im Shop. Ich durfte selbst entscheiden, welche Dekoration und Süßwaren ich wohin platziere. Es hat mir so viel Spaß gemacht, diverse Produkte von Sisi und Franz sowie Kerzen und Pralinen zu verpacken und die Regale und Schaufenster damit zu füllen. Dies war ein Hingucker für jeden Kunden.

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Besonders interessant sind die typischen Wiener Spezialitäten, die ich alle kosten durfte. Die Sachertorte und den Apfelstrudel muss man probiert haben, genauso die Punschkrapfen, die Kardinalschnitte und den Topfenstrudel. Gerstner hatte eine tolle Idee, und hat eine Sachertorten-, Mozartkugel- und Punschkrapfenschokolade hergestellt. Dies ist ideal für Touristen, die keine ganze Torte transportieren können. Sie entwickeln ständig neue Ideen, was mehr und mehr Kunden anlockt. Dadurch lernte ich schnell die Produkte über das Probieren kennen, um ideal beraten zu können. Einer der größten Verkaufsschlager waren die eben erwähnten Schokoladenkreationen von Gerstner und unter anderem auch die Punschkrapfen als Petit Four (Biskuitteig, Marmelade, Rum Schokolade, rosa Glasur), die Haustorte (Esterhazyböden, Schokocreme, gehobelte Schokolade) und die Sisi-Torte (Schokoladenmasse mit Ribiselmarmelade und Cassis-Marzipan, eingedeckt mit Massa Ticino), die mich der Geschichte Wiens näher brachten.

Positiv ist mir aufgefallen, dass der Kuchentresen ganz anders aussieht als in deutschen Konditoreien. Bei Gerstner werden lediglich 1–2 „Ausstellungsstücke“ von Kuchen, Schnitten, Cupcakes und Törtchen präsentiert, wobei sich die bereits schon geschnittenen Waren in den darunter liegenden Kühlschränken und Kühlfächern befinden. Das hat seine Vor- und Nachteile. Ich bin daran gewöhnt und finde es auch durchaus schön, wenn man die Torten im Ganzen im Tresen sehen kann und dadurch wirkt die Auswahl sehr groß und ansprechend für das Auge. Jedoch geht der Verkauf mit vorgeschnittenen Stücken schneller. Es war spannend, mal ein anderes System kennenzulernen.

Das Verpackungsmaterial für die Kuchen, Torten, Pralinen, Trüffel und Sandwiches ist dort sehr gut durchdacht. Eine Transportbox aus Pappe ist sehr handlich, die Ware wird nicht beschädigt und das Verpacken geht sehr schnell.

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Mein Fazit ist, dass es eine lehrreiche, kurze, aber intensive Zeit war, die ich in Wien hatte. Ich habe viele Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Menschen machen können. Viele Einwohner sind leider nicht so freundlich gewesen, aber es gab sehr viele Menschen, die für meine Beratung dankbar waren. Ich hatte ein wunderbares Kollegium und Mentoren, die mich mit offenen Armen empfangen haben und mich gar nicht mehr gehen lassen wollten.

Berlin, 19.02.2020, Julia Herz

 

Hinweis: Auslandspraktika werden im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ gefördert.
Wenn Sie sich selbst dafür interessieren, ist Herr Maak Ihr Ansprechpartner an der
Emil-Fischer-Schule. 
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Homepage Gerstner K. u. K. Hofzuckerbäcker, Wien

 

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